
Die Stadt Hanau hat die Betreuung an allen 16 städtischen Grundschulen neu vergeben und bereitet damit die Umsetzung des ab August 2026 stufenweise geltenden Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung vor. Die Verträge laufen zunächst bis zum Schuljahr 2029/30 und enthalten jeweils zwei Verlängerungsoptionen um zwei Jahre, so dass eine maximale Laufzeit von acht Jahren möglich ist.
Vergabe als Dienstleistungskonzession und politische Zustimmung
Die Betreuungsleistungen wurden im Rahmen eines wettbewerblichen Verfahrens als Dienstleistungskonzession ausgeschrieben. Pro Schule wurde ein eigener Zuschlag erteilt, um lokale Bedürfnisse und pädagogische Konzepte berücksichtigen zu können. Alle 16 Schulkonferenzen haben ihrer Mitwirkung folgend den jeweiligen Trägern zugestimmt. Auch der Magistrat stimmte zu und die Stadtverordnetenversammlung fasste in ihrer jüngsten Sitzung einen einstimmigen Beschluss.
Wer betreut welche Schulen
Drei freie Träger werden künftig die Betreuungsangebote übernehmen. Der Arbeiter Samariter Bund e. V. ist laut Vergabe für die Betreuung an der August Gaul Schule, der Brüder Grimm Schule, der Eichendorff Schule, der Gebeschus Schule, der Geschwister Scholl Schule, der Heinrich Heine Schule, der Theodor Heuss Schule sowie der Tümpelgarten Schule zuständig. Kaleidoskop e. V. betreut die Angebote an der Erich Kästner Schule, der Friedrich Ebert Schule, der Limesschule, der Pestalozzi Schule sowie der Wilhelm Geibel Schule. Die Kathinka Platzhoff Stiftung verantwortet die Betreuung an der Anne Frank Schule, der Robinsonschule und der Schule im Pioneerpark.
Hintergrund der Maßnahme und Finanzierung
Hintergrund der Vergabe ist der stufenweise eingeführte bundesweite Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder. Ab August 2026 gilt der Anspruch zunächst für Erstklässler, in den folgenden Jahren wird er auf die Jahrgangsstufen bis zur vierten Klasse ausgeweitet. Ziel ist, Betreuungslücken nach der Kita zu schließen, individuelle Förderung zu ermöglichen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Weil die Schulen die zusätzlichen Angebote nicht mit eigenem Personal leisten können, ist die Einbindung externer Träger erforderlich.
Bürgermeister und Schuldezernent Dr. Maximilian Bieri wies zugleich auf die finanziellen Herausforderungen hin und unterstützte die Forderung des Deutschen Städtetages, die vom Bund vorgesehenen Betriebsmittel vollständig an die Kommunen weiterzuleiten. Er betonte, dass das Land Hessen über die Weiterleitung hinaus eigene Mittel bereitstellen müsse. In seinen Worten: Wer Aufgaben überträgt, muss auch für eine verlässliche Finanzierung sorgen.
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