
Heftige Schneefälle in der Nacht und am Montag haben in Hanau den Verkehr, die Abfallentsorgung und den Schulbetrieb beeinträchtigt. Die Stadt setzte den Winterdienst mit Kräften der städtischen Betriebe ein, stellte die Müllabfuhr vorübergehend ein und empfahl für Dienstag Distanzunterricht. Die Behörden warnten vor weiteren Einschränkungen, falls sich die Wetterlage verschlechtert.
Müllabfuhr unterbrochen und Nachholung geplant
Wegen der teils unkalkulierbaren Unfallrisiken wurden am Montag alle geplanten Abfalltouren vorzeitig abgebrochen. Die Müllabfuhr wurde um 8.30 Uhr eingestellt. Die Stadt kündigte an, die Leerungen im Laufe der Woche an die regulären Touren anzuschließen. Sollten bis Freitag noch Tonnen ausstehen, ist für Samstag, 31. Januar, ein zusätzlicher Entsorgungstermin vorgesehen.
Stadträtin Isabelle Hemsley betonte, dass die Sicherheit der Beschäftigten und aller Verkehrsteilnehmenden oberste Priorität habe. Unter den aktuellen Bedingungen sei ein regulärer Betrieb der Müllabfuhr am Montag nicht verantwortbar gewesen. Die Stadt bittet Bürgerinnen und Bürger, die Abfallbehälter zugänglich bereitzustellen und Schnee sowie Eis rund um die Tonnen zu entfernen, damit die Nachholtermine reibungslos durchgeführt werden können.
Winterdienst, Straßensituation und Nahverkehr
Der Winterdienst des Eigenbetriebs Hanau Infrastruktur Service ist seit den frühen Morgenstunden im Einsatz. Insgesamt sind nach Angaben der Stadt 41 Einsatzkräfte unterwegs, zusätzlich unterstützen zehn Fahrer der Müllabfuhr beim Räumen und Streuen. Angaben zum bisherigen Verbrauch von Streugut liegen noch nicht vor, da die Arbeiten andauern.
Aufgrund des anhaltenden Schneefalls begann der Winterdienst bereits um 5 Uhr, eine nächtliche Räumung hätte bei weiter fallendem Schnee kaum gehalten, erläuterte Hemsley. Der städtische Rat rechnet damit, dass die Räumarbeiten auch am Dienstagmorgen fortgesetzt werden.
Der Linienverkehr der Hanauer Straßenbahn GmbH verzeichnete witterungsbedingte Verspätungen und Einschränkungen. Die HSB versucht, den Betrieb so weit wie möglich aufrechtzuerhalten. Die Stadt empfiehlt, sich vor Fahrtantritt über Verbindungen zu informieren und mehr Zeit einzuplanen. Bei einer Verschlechterung der Lage kann der Busverkehr komplett eingestellt werden.
Schulen, Kitas und Wertstoffhof betroffen
Die Schülerbeförderung durch die Firma Minibus wurde für Montag und Dienstag eingestellt. In Absprache zwischen Bürgermeister und dem Staatlichen Schulamt für den Main-Kinzig-Kreis empfiehlt der Schulträger für Dienstag, 27. Januar, Distanzunterricht; die Schulen bleiben geschlossen. Gleichzeitig soll eine Notbetreuung angeboten werden. Bürgermeister und Schuldezernent Dr. Maximilian Bieri erklärte, dass eine einheitliche Entscheidung innerhalb des Stadtgebiets angesichts der Lage sinnvoll sei.
Auch städtische Kindertagesstätten bleiben geschlossen. In den Einrichtungen wird ein Notdienst angeboten; Familien sollen ihren Betreuungsbedarf über die Kikom-App melden. Schulkinder können in Horten oder während der Schulzeiten im Rahmen der angebotenen Notbetreuung verbleiben.
Der Wertstoffhof bleibt am Dienstag geschlossen. Dessen Mitarbeitende unterstützen stattdessen die Abfallwirtschaft und den Winterdienst.
Friedhöfe offen und Reaktion der Stadt
Die städtischen Friedhöfe sind weiterhin geöffnet, Beerdigungen können wie geplant stattfinden. Die Hauptwege sind geräumt, es kann jedoch stellenweise glatt sein, weshalb die Stadt zu Vorsicht rät und von nicht zwingend notwendigen Besuchen abrät.
Oberbürgermeister Claus Kaminsky bedankte sich bei den Einsatzkräften für ihren Einsatz unter schwierigen Bedingungen und bat die Bevölkerung um Geduld und Verständnis für die witterungsbedingten Beeinträchtigungen. Er forderte die Menschen zudem dazu auf, auf sich zu achten, um gemeinsam durch die winterliche Situation zu kommen.
Quelle anzeigen

