Familienbetrieb Brod in Hanau setzt auf Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Familienbetrieb Brod in Hanau setzt auf Digitalisierung und Nachhaltigkeit
Familienbetrieb Brod in Hanau setzt auf Digitalisierung und Nachhaltigkeit | Bild: © Stadt Hanau, Ute Wolf

Oberbürgermeister Claus Kaminsky und der Geschäftsführer der Hanau Wirtschaftsförderung, Andreas Kunz, haben das Familienunternehmen Brod GmbH & Co. KG in Lamboy Nord besucht. Bei dem Termin erhielten die Gäste Einblicke in Produktion, Logistik und die strategische Ausrichtung eines seit Mitte der 1970er Jahre in Hanau ansässigen Betriebs.

Besuch und Gesprächspartner

Empfangen wurden die Besucher von Geschäftsführer Andreas Brod und Prokuristin Daniela Linken. Linken arbeitet seit rund drei Jahrzehnten im Unternehmen und hat ihren beruflichen Werdegang dort begonnen. Im Rahmen des Betriebsrundgangs wurden Geschäftsmodell, Kundenbeziehungen und die jüngsten Modernisierungsmaßnahmen erläutert.

Geschäftsentwicklung und Produktangebot

Die Brod GmbH & Co. KG wurde 1972 gegründet und zog 1989 an den heutigen Standort in der Moselstraße 51. Heute beschäftigt das Unternehmen nach eigenen Angaben zwölf Mitarbeitende, darunter Auszubildende und Teilzeitkräfte, und ist europaweit tätig. Ursprünglich mit der Produktion von Putzlappen gestartet, hat sich das Sortiment über verschiedene Standortwechsel und Entwicklungsphasen hinweg auf die Konfektionierung von Wischtüchern und den Großhandel mit Hygieneartikeln konzentriert.

Das Angebot wurde strategisch erweitert. Neben Handelswaren hat das Unternehmen eigene Marken etabliert, darunter Brotex, Brozell, Nowolan, Nowolin und Nowozell. 2025 sei zudem die Marke Brod eingetragen worden, um einen Markenshop auf großen Online Plattformen aufzubauen, erläuterte der Geschäftsführer. Nach Angaben der Prokuristin ist ein persönlicher Kundenservice und die individuelle Konfektionierung von Produkten ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal. Zu den Kundengruppen zählen Industrie, Gesundheitswesen und soziale Einrichtungen. Das Unternehmen beliefert seit Jahrzehnten die beiden Hanauer Krankenhäuser und unterstützte regionale Anbieter auch in der Corona Pandemie.

Investitionen, Nachhaltigkeit und Herausforderungen

In den vergangenen Jahren hat Brod nach eigenen Angaben in moderne Schneide und Falzmaschinen investiert und in digitale Angebote wie E Commerce sowie in Anwendungen künstlicher Intelligenz zur Effizienzsteigerung. Ein firmeneigenes Fotostudio dient der professionellen Produktpräsentation. Außerdem machte das Unternehmen auf seine Photovoltaikanlage aufmerksam, die bereits 2013 installiert wurde, und auf eine PEFC Zertifizierung als Hinweis auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Ziel sei es, Lieferketten widerstandsfähiger zu machen, Importaktivitäten auszubauen und das Sortiment um weitere nachhaltige Produkte zu ergänzen.

Gleichzeitig nannten Brod und Linken strukturelle Belastungen. Vor allem gestiegene Auflagen, Zertifizierungen und umfangreiche Dokumentationspflichten binden nach ihren Angaben personelle und finanzielle Ressourcen, die ein Betrieb dieser Größe stark beanspruchen. Kaminsky verwies auf diese Problemlage und bezeichnete die Bürokratie als zunehmend überfordernd für kleine und mittlere Unternehmen. Er sagte, er habe bereits zahlreiche Schreiben an zuständige Ministerien gerichtet, sehe aber bislang keine Entlastung.

Der Oberbürgermeister würdigte das Unternehmen als verlässlichen Bestandteil der lokalen Wirtschaftslandschaft, der Arbeitsplätze sichere, Ausbildung biete und Versorgungssicherheit im Bereich Hygiene leiste. Der Besuch endete mit einem Gang durch die Produktionshallen, bei dem die Abläufe der Konfektionierung und Lagerlogistik demonstriert wurden.

Weitere Informationen zum Unternehmen finden sich auf der Webseite https://www.brod-gmbh.de.

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