
Hanau hat eine regionale Strategie zur Optimierung des Übergangs von der Schule in den Beruf beschlossen. Die bis Ende 2029 laufende OloV Strategie gilt erstmals ausschließlich für die Stadt und benennt die im September startende Jugendberufsagentur als zentrales Instrument zur besseren Abstimmung von Beratung und Vermittlung.
Neuausrichtung der Steuerung und Zusammenarbeit
Die neu gebildete Steuerungsgruppe der OloV Region Hanau verabschiedete Mitte Juni die Regionale Strategie bis 2029. Damit nimmt die Stadt eine eigenständige Steuerung des Programms vor. Bis April 2026 war die regionale Arbeit in einer gemeinsamen Steuerungsgruppe mit dem Main Kinzig Kreis organisiert. Gründe für die Trennung waren veränderte strategische Ausrichtungen, zugleich betonen die Beteiligten, dass die Jugendämter weiterhin vertrauensvoll zusammenarbeiten und künftige Berührungspunkte koordiniert werden sollen.
Vertreten in der Hanauer Steuerungsgruppe sind die Agentur für Arbeit Hanau, das Staatliche Schulamt für den Main Kinzig Kreis und Hanau, die Stadt Hanau, die Industrie und Handelskammer Hanau Gelnhausen Schlüchtern, die Kreishandwerkerschaft Hanau, das Jobcenter Hanau, verschiedene Träger der Jugendberufshilfe sowie der Deutsche Gewerkschaftsbund Südosthessen. Die Regionalkoordination übernimmt Oliver Doll aus der Koordinierungsstelle Jugendberufshilfe im Amt für Soziale Prävention.
Jugendberufsagentur soll Kompetenzen bündeln
Ein Schwerpunkt der Strategie ist die Gründung der Jugendberufsagentur Hanau. Sie soll die Kompetenzen von Jobcenter Hanau, Agentur für Arbeit und dem Amt für Soziale Prävention bündeln und eng mit dem OloV Netzwerk zusammenarbeiten. Die Agentur soll die fachliche Abstimmung erleichtern und Angebote transparenter machen, um Übergänge in Ausbildung zügiger zu gestalten.
Oliver Doll betont, dass erfolgreiche Übergänge dann gelingen, wenn alle Beteiligten konstruktiv zusammenarbeiten. Er bezeichnet die OloV Prozesse als Basis für eine Verantwortungsgemeinschaft, die Erfahrungen bündelt und die Unterstützung junger Menschen weiterentwickelt.
Ziele, Förderung und Praxis
OloV steht für Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit im Übergang von der Schule in den Beruf und wird von der Europäischen Union sowie aus Mitteln des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum und des Hessischen Ministeriums für Kultus, Bildung und Chancen gefördert. Das Programm soll unter anderem die duale Ausbildung stärken, vorhandene Angebote transparenter machen und kostenintensive Doppelstrukturen vermeiden.
Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri erklärte, der Start ins Berufsleben entscheide häufig über den weiteren Lebensweg. Die neue Strategie zeige, dass alle Partner Verantwortung übernähmen, um den nahtlosen Übergang zu verbessern. Die Arbeit vor Ort richte sich nach den Bedingungen und Bedarfen der Region, junge Menschen müssten OloV nicht kennen, profitierten aber von der Kooperation der Akteure.
Auch die Agentur für Arbeit Hanau sieht in intensiver Beratung einen Schlüssel. Heike Hengster, Vorsitzende der Geschäftsführung, sagte, die Berufsberatung erlebe täglich, wie wichtig kompetente Beratung und Begleitung am Übergang sei. Aus Sicht des Jobcenters Hanau betont Tobias Gromes, dass die Bündelung der Kräfte einen verbindlichen Rahmen schaffe, um strukturiert und partnerschaftlich auf individuelle Bedarfe zu reagieren und so nachhaltige Lebenschancen zu eröffnen.
Das Staatliche Schulamt für den Main Kinzig Kreis und Hanau unterstreicht, dass mit der Strategie die Zusammenarbeit am Übergang weiterentwickelt und die Verantwortung verbindlich gestärkt werde. Im Mittelpunkt stünden Schülerinnen und Schüler, die besondere Unterstützung benötigen. Ziel sei es, Angebote besser aufeinander abzustimmen, Übergänge zu erleichtern und jedem jungen Menschen konkrete Perspektiven für den Bildungs und Berufsweg zu eröffnen.
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