
Das Klinikum Hanau will seine digitale Infrastruktur mit Hilfe einer Förderzusage von 1.576.452 Euro ausbauen. Die Mittel, die aus einem Strukturfonds stammen und zur Hälfte vom Land Hessen sowie vom Bund getragen werden, sollen die Abwehr von Cyberangriffen verbessern und die Versorgungssicherheit bei technischen Ausfällen erhöhen. Hessens Gesundheitsministerin Diana Stolz übergab den Förderbescheid an das Krankenhaus.
Förderzweck und Finanzierungsrahmen
Die Fördergelder sind explizit für den Ausbau der IT Sicherheit vorgesehen. Ziel ist es, zentrale Krankenhausprozesse besser gegen Angriffe und Systemausfälle zu schützen und die digitale Verfügbarkeit wichtiger Anwendungen zu erhöhen. Die Finanzierung erfolgt zu gleichen Teilen durch das Land Hessen und den Bund.
Geplante Maßnahmen
Konkrete Projekte umfassen den Bau eines neuen Rechenzentrums mit zwei räumlich getrennten Serverstandorten, eine stärkere Segmentierung der Netzwerke sowie die Einführung moderner Systeme zur frühzeitigen Erkennung von Sicherheitsvorfällen. Durch redundante Strukturen und klar getrennte Netzwerkbereiche soll die Widerstandsfähigkeit der IT erhöht werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt vernetzten medizinischen Geräten, deren störungsfreier Betrieb als kritisch für die Patientenversorgung eingestuft wird.
Kontext: Bedrohungslage und regulatorische Vorgaben
Krankenhäuser sehen sich einer steigenden Anzahl von Cyberangriffen gegenüber. Zugleich verschärfen neue Regelwerke wie KRITIS und NIS2 die Anforderungen an Datenschutz und Informationssicherheit für Gesundheitsinfrastrukturen. Vor diesem Hintergrund erscheinen Investitionen in Resilienz und Erkennungstechnologien nicht allein als technische Maßnahme, sondern als Bestandteil der Patientensicherheit.
Erwartete Wirkung und Einordnung
Die Krankenhausleitung sieht in der Förderung eine Möglichkeit, Modernisierungsvorhaben trotz finanziellen Drucks voranzutreiben. Der Geschäftsführer des Klinikums betont, dass leistungsfähige digitale Systeme heute Voraussetzung für den Klinikbetrieb sind und dass IT Sicherheit in diesem Zusammenhang unmittelbar Patientensicherheit bedeutet. Erwartet wird, dass die Maßnahmen Verfügbarkeit, Integrität und Vertraulichkeit der Systeme verbessern und so Störungen im Betrieb reduzieren.
Die Förderung trifft auf ein Krankenhauswesen, das sich zugleich mit Strukturreformen, zunehmender Ambulantisierung und Fachkräftemangel auseinandersetzt. Für das Klinikum Hanau soll die Investition die Basis schaffen, künftige digitale Anwendungen sicher in die Versorgung zu integrieren und den Betrieb langfristig stabiler zu machen.
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